Klompelompe – Ist der Hype gerechtfertigt?

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Kaum ein Handarbeitsbuch wird in Zusammenhang mit selbstgestrickter Babykleidung so häufig gezeigt und erwähnt, genutzt und gekauft wie das das norwegische Klompelompe*. Da ich gestrickte Babykleidung liebe und während meiner Schwangerschaft nun schon häufiger dazu aufgefordert wurde, doch mal etwas aus diesem tollen Buch zu stricken, kam ich nicht mehr daran vorbei. Ausgewählt habe ich eine kurze Hose und eine Weste. Viel Spaß hatte ich dabei nicht. Warum? Das verrate ich in diesem Beitrag.

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Die wichtigsten Infos zum Klompelompe – Buch

  • Titel: KLOMPELOMPE – Bezaubernde Strickprojekte für Babys und Kinder*
  • Autorinnen: Hanne Andreassen Hjelmas und Torunn Steinsland
  • Verlag: Knaur
  • Die norwegische Version erschien 2015. Die deutsche Übersetzung ist von 2017.
  • Laut Klappentext sind 60 Projekte für Babys und Kleinkinder enthalten, darunter Pullover, Hosen, Strampler, Schals, Mützen, Westen, Babydecken, Stirn- und Haarbänder, Rücke, Kleider und Kleidung und Accessoires für die Mama.
  • Das Buch ist ein Hardcover, etwa in DIN A4-Format.
  • Preis in Deutschland: 19,99€
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Die Designs – So schön sind die Modelle

Die Aufmachung des Buches ist wunderschön: Die Modelle wurden mit zeitlosen, einfarbigen Garnen gestrickt und wunderbar in Szene gesetzt. Die Fotos machen Lust aufs Stricken und die Designs sind alltagstauglich, zu weiten Teilen unisex und wirklich süß. Nicht außergewöhnlich, aber klassisch und tragbar.

Die Auswahl der Garne ist ebenso gelungen und da nicht alle Modelle mit demselben Garn gestrickt wurden, kann man hier leicht im eigenen Garnvorrat wühlen und ein dazu passendes Modell auswählen. Die meisten Modelle sind mit mitteldickem dk-Garn gestrickt.

Ich habe mich für den Großvaterpullunder in Größe 3-6 Monate und die Knackpo-Shorts entschieden. Gestrickt habe ich mit der Jody Long Alba und einer 2,5mm Nadel. Die Maschenprobe hat gestimmt, vor allem die Hose scheint mir aber sehr groß auszufallen. Das kann ich aber erst im Praxistest nachprüfen.

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Die Anleitungen – Nichts für schwache Nerven

Was mir sehr gut gefällt: Die Bandbreite der Größen je Modell ist sehr weit fächert – viele Modelle reichen von Baby-Größen bis hin zu Angaben für 8-jährige. Das gefällt mir sehr gut und ermöglicht auch, Partnerlook für Geschwisterkinder zu stricken.

Positiv kann man hervorheben: Es gibt Maschenprobenangaben, es gibt ausführliche Angaben zum verwendeten Garn und die Anleitungen sind im Grunde gut und verständlich geschrieben.

ABER: Die Fehler! Es sind wirklich nicht wenige, die sich in den Anleitungen tummeln und das ist extrem ärgerlich. Als geübte Strickerin stolpere ich natürlich darüber und passe die Stellen entsprechend an – ansonsten wäre meine Weste ein asymmetrisches Tank-Top geworden. Spaß macht das so aber nicht: Wenn ich ein Strickbuch oder eine Anleitung kaufe, dann muss das so laufen wie bei einem Kochrezept oder Malen-nach-Zahlen: Ich durchlaufe alle Schritte und komme zu einem zufriedenstellenden Ergebnis, ohne selbst groß nachzudenken, mitzurechnen und so weiter. Das funktioniert bei den Klompelompe-Anleitungen aus diesem Buch leider nicht und ich würde es einem Strick-Anfänger auf keinen Fall schenken oder empfehlen.

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Mein Fazit – Absolut überbewertet!

Ich vermute, dass die technische Redaktion bzw. Übersetzung einfach missglückt ist und deshalb so viele Fehler in die Anleitungen gekommen sind. Denn die Klompelompe-Mädels sind so beliebt und bekannt, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass die Fehler aus ihren Federn stammen. Natürlich kann das mal passieren. Aber ich bin immer wieder geschockt, wie Verlage mit dem eigentlichen Inhalt ihrer Bücher umgehen. Denn das wichtigste an einem Strickbuch ist nun mal die Qualität und Funktionalität der Anleitungen: Geht die Designidee nicht auf oder sind Fehler in der Anleitung, dann ist das ganze Buch nicht zu gebrauchen. Da können die Fotos noch so schön, die Aufmachung noch so toll sein.

Ich hoffe, dass es bald eine Neuauflage gibt und das Buch einer ordentlichen technischen Redaktion unterzogen wird, um die Fehler auszubessern. So würde ich es wirklich niemandem empfehlen. Da gibt es deutlich bessere Babystrickbücher. In den nächsten Tagen stelle ich euch eines davon vor.

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12 Kommentare

  1. Ursula Lendle, Ludwigsburg
    9. Juli 2021 / 12:50

    Es stimmt absolut! Ich versuchte, die Tunika Mädel hen zu stricken, aber das Muster läuft quer über das Vorderteil! Ich kann keinen Fehler meinerseits feststellen! Es fehlt eine Angabe, wieviel Zentimeter die Breite sein muss, bis man zu dem Rippenmuster kommt, ebenso vermisse ich, daß keine Schnitte von den einzelnen Modellen vorhanden sind?? Warum, weiß ich nicht! Ich würde das Buch in keinem Fall weiterempfehlen. Leider! Es sieht nur schön aus!

  2. Numrich Rebecka
    3. August 2021 / 08:55

    Hallo

    wollte mir das Buch kaufen? Was würdest du für ein Buch empfehlen.

    Gruß
    Rebecka

  3. Gabriele Thiele
    13. Dezember 2021 / 14:02

    Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung des Buches. Eigentlich wollte ich es mir ja kaufen. Nun bin ich aber davon abgekommen.

    • 14. Dezember 2021 / 14:47

      Sehr gern! Die Modelle sind wirklich toll und es ist schade drum, dass die Anleitungen so fehlerhaft sind 🙁

  4. Haberland
    4. Januar 2022 / 13:34

    Ich habe schon mehrere Teile (Mützen, Jäckchen, Shorts) aus KLOMPELOMPE und dem Nachfolger KLOMPELOMPES KINDERMASCHEN gestrickt. Die Anleitungen sind für mich viel leichter und detaillierter als deutsche Anleitungen! Auch wenn bei einer Strickjacke die Zunahmen nicht genau hinkamen und ich etwas kreativ damit umgehen musste, hatte ich durch die Angabe, wie viel Maschen am Ende auf der Nadel sein müssen, hinterher ein Ergebnis wie im Buch.
    Ich würde das Buch JEDERZEIT WIEDER kaufen und kaufe mir alle Folgebücher!!! Denn: die Ästhetik der wunderschönen, klassischen, zeitlosen Modelle und die unübertrefflich schöne Aufmachung der Bücher machen diese zu weitaus mehr als einer Strickanleitung. Jede Seite macht Freude immer wieder angeschaut zu werden und so stricke ich teils nach Anleitung und teils nehme ich die Modelle als Anregung eigene, vereinfachte aber ähnliche Modelle zu stricken.

    • 16. Januar 2022 / 13:38

      Dann hast du aber sicher schon etwas Erfahrung im Stricken oder? Ich finde wirklich, dass der Sinn hinter einem Strickbuch in sinnvollen und funktionierenden Anleitungen besteht. Es sind eben alles Fehler, die man bei guter Prüfung wirklich hätte finden können. Für sowas gibt es technische Editoren. Die prüfen am Computer und in der Theorie, ob alles funktioniert. Ein sehr erfahrener technischer Editor findet diese Fehler, auch ohne die Teile zu stricken und hätte es ausbessern können. Allerdings wird an dieser Stelle oft gespart. Das ist sehr schade. Ich glaube, dass vielen durch solche Fehler der Spaß am Stricken wirklich vergehen kann. Viele wären nämlich nicht in der Lage, die Modelle auf eigene Faust anzupassen. Ich bleibe dabei: Es gibt durchaus Bücher mit ähnlich schöner Aufmachung und genauso niedlichen Modellen, aber deutlich fehlerfreieren Anleitungen. Dass die Anleitungen von der Art her besser sind als die typisch deutschen eingekürzten – da sind wir uns einig. Aber auch was das betrifft gibt es eben wesentlich fehlerfreiere und genauso hübsche Alternativen.

  5. Haberland
    4. Januar 2022 / 13:40

    Zum Nachtrag für meinen vorigen Kommentar: eine absolute, stilmäßig ähnliche Empfehlung mit traumhaften Modellen für Babys und Kinder bis 6 Jahre ist NORDIC – STRICKEN FÜR DIE KLEINSTEN von Trine Frank Paskesen.

  6. Mia
    15. Februar 2022 / 09:42

    Klompelompe-Bücher gehören zu meinen absoluten Favoriten, denn die Modelle sind so schön… und das Buch eine Augenweide. Ich habe beim stricken auch einige Fehler gefunden und musste umrechnen. Ich bin eine sehr geübte Strickerin, habe viele Jahre in einem Wollfachgeschäft gearbeitet und viele Kundinnen beraten. und auch immer wieder Fehler in Strichmustern „entlarvt“, daher war das für mich kein grosses Probelm. Natürlich erwartet man, dass die Anleitungen fehlerfrei sind, ich denke aber auch, dass das beim Übersetzen passiert ist. Korrekturlesen wäre dringend nötig!
    Ich habe mir die Fehler und die Korrekturen aufgeschrieben und an Klompelompe weitergeleitet.
    Ich würde die Bücher trotzdem empfehlen. Wenn es irgendwo happert, kennt man bestimmt jemanden, der weiterhelfen kann.

    • 22. Februar 2022 / 18:48

      Ja, als geübte Strickerin kann man das verschmerzen. Das sehe ich genauso. Aber mir macht das einfach keinen Spaß. Wenn ich nach einer fremden Anleitung stricke und keine eigene designe, dann will ich, dass das alles funktioniert und ich nicht erst noch rechnen oder mitdenken muss. Aber da gibt es im englischsprachigen Bereich sowieso eine ganz andere Ansicht, was Strickanleitungen angeht. Deutsche Anleitungen sind ja sowieso oft kurz, viel zu knapp und so angelegt, dass man selbst rechnen oder überlegen muss – ein Erbe der Burda-Startphase.
      Wie auch immer: einem Anfänger kann ich das eben einfach nicht empfehlen. Viele wollen mit selbstgemachter Kleidung für ihre Babys starten und haben vorhe rnicht viel Berührungspunkte mit Handarbeiten. Da ist es dann schade, wenn man schon beim ersten Versuch eine fehlerhafte Anleitung erwischt und dann frustriert aufgibt. Das kann der ganzen Branche einfach nur schaden und ist wirklich bitter.

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